Globi (mit Rahel, Jessi, Benj, Fabienne, Nino, Fäbe, Pocco, Ilona, Tornado, Flavia und Andrina) geht auf Hochtour
Globi seufzt zu Hause vor dem Rucksack; «Ehrlich,
alles einzupacken, das ist sehr beschwerlich!»
Steigeisen, Pickel, Gstältli, Lunch und Karabiner,
und wehe du vergisst die Maske, du Schlawiner!
Nachdem alle halb versteckt hinter einer Maske zur Gruppe gefunden haben, ging es nach einer talentreichen Vorstellungsrunde von Nebel begleitet zur Spannorthütte hoch. Um einen ersten Eindruck der Fähigkeiten der TNs zu bekommen, wurden wir direkt hinter der Hütte auf die Felswände losgelassen, so bildeten sich die Seilschaften, in denen wir die nächsten paar Tage mehrheitlich unterwegs waren. Nach einem wunderbar feinen Znacht und ein paar (von seeeehr zahlreichen) Runden Tichu machten wir uns im Schlaflager breit. Also wortwörtlich: Dank Corona hatten wir 20 Betten für 12 Personen, ein bisschen Luxus darf auch in den Bergen sein… Der nächste Morgen begrüsste uns mit einer sich ständig ändernden Nebeldecke.
Weglos ging es am Rätzelistöckli vorbei
und schon bald startete die Kletterei.
Mehrseillängen mit Wanderschuh und Händsche machen Spass,
auch wenn vom Nebel war alles nass.
Auf dem Gletscherstöckli angekommen erwartete uns ein wahnsinnig facettenreiches Panorama: grau in grau in grau. Ganz kurz erhaschten wir dann aber doch noch einen Blick auf das Ziel des zweiten Tages: den Gross Spannort. Beeindruckend. Zurück in der Spannorthütte zog es die einen zu den Spielen (Tichu, was sonst) und andere nochmals raus um im Dunkeln noch ein wenig weiter zu klettern. (Viel zu) früh ging es nach etwa zwei Kaffees am nächsten Morgen im Gänsemarsch hoch, die einzige flache Strecke dabei war der Weg über die Terrasse der Spannorthütte. Aber wir haben gelernt, Höhenmeter im Dunkeln sind Gratis-Höhenmeter. Dieser Moment, wenn du nach oben dem Weg entlang blickst und der Pass den du erreichen möchtest schon ziemlich nah ist, fühlt sich sehr gut an. Aber wenn dann pünktlich zum Erreichen des Passes auch noch die Sonne hinter den Bergwipfeln hervorlugt und alles in golden-oranges Licht taucht, DAS ist der absolut wunderschönste Moment! Einige meinten sogar, es war «Es Troimli!».
Wir stiegen in einem grossen Bogen den Gletscher hinauf,
doch erst die Kletterwand raubte uns so richtig den Schnauf.
Und schon bald seh’ ich ihn dort:
den Gipfel des Gross Spannort!
Glücklich erreichten wir alle zusammen (!) den 3198 m ü.M. liegenden Gipfel des Gross Spannorts. Es wurde reihum abgeklatscht, gratuliert, Fotos gemacht und sich gefreut. Nach einer kurzen Rast und Snacks-in-die-Hosentaschen-verteilen ging es gestaffelt mit mehreren Abseilstellen wieder zurück auf den Gletscher. Die letzte, ca. 45 m hohe Abseilstelle war grandios! Über den Gletscher und einen ziemlich ruppigen Weg ging es hinunter Richtung Kröntenhütte. Irgendwann konnte ein Teil der Gruppe nicht mehr an sich halten und stach Richtung See ab, um zu baden, während die anderen sich zu Bier, Rösti und Käseschnitte aufmachten. Prioritäten wurden gesetzt an diesem Tag und wir lernen wieder etwas: nur wenn man auf Hochtouren unterwegs ist, kann man knapp zwei Stunden vor dem Znacht noch eine riesige Rösti mit Spiegelei verdrücken und beim Znacht dann nochmals voll zulangen. Für den nächsten Tag haben wir uns für den Krönten entschieden. Eine sehr abwechslungsreiche Tour die uns wieder sehr früh hinauf zum Gletscher und über denselben an den Anfang einer Geröllwanderung führte.
Sobald die Krete war erklommen,
eine steife Brise uns hiess wilkommen!
Nichtsdestotrotz gingen wir heiter,
bis kurz vor den Gipfel zusammen weiter.
Eine letzte Schlusskraxelei, je nach gewählter Variante mehr oder weniger luftig, und allesamt standen wir oben auf dem Gipfel und feierten Geburtstag und Gipfelglück in einem! Die Aussicht war fantastisch, vor allem den Blick zurück auf den Gross Spannort vom Vortag genossen wir. Mächtig stolz machten wir uns relativ rasch ans Abseilen und in den Windschatten auf. Der Gletscherteil war im Nu durchwandert und eine sehr elegante Schneefeldrutscherei später wanderten wir im Entenmarsch bis zur Hütte zurück. Nach Lust und Laune wurde an diesem verbliebenen Nachmittag gegessen, geklettert (weil wir uns ja den ganzen Tag zu wenig bewegt hatten…), gebadet (um wenigstens das Gefühl zu haben ein bisschen sauberer zu sein), noch ein bisschen mehr gegessen, gedöst und wie könnte es anders sein: gegessen.
Ausschlafen bis nach halb 6 Uhr,
das ist in den Bergen Luxus pur!
Dann ein grosses Z’Morge verschlingen
und der Tag kann so richtig beginnen!
Wir zogen los Richtung Päuggenstöckli, wo wir in unsere Seilschaften aufgeteilt die verschiedenen Mehrseillängenrouten in Angriff nahmen. Die Routen führten sehr kurzweilig über Gneisfelsen und durch Wacholderbüsche durch und nur allzu rasch waren wir oben angekommen. Zurück in der Hütte ging der Materialbazar los und als alle wieder ihre eigenen Sachen im Rucksack verstaut hatten und ein paar letzte Röstis verdrückt worden waren, machten wir uns auf den Abstieg Richtung Erstfeld. Beim gemeinsamen Abschlussessen liessen wir nochmal all die vielen Highlights Revue passieren.
Tolle Leute, wunderschöne Gipfel, viel Sonne,
Hochtouren mit Mountainscouts sind eine Wonne!
Danke an alle die dabei gewesen sind,
das nächste Lager kommt bestimmt!
















