Tourenlager Simplon

01.02.2025 – 07.02.2025, Gruppenhaus Simplonpass

Zu unterschiedlich frühen Morgenstunden machten wir uns auf den Weg in Richtung Wallis. Ab Zürich via Bern und Brig sammelte der Zug, bzw. Bus alle ein und bereits zur Mittagszeit versammelten wir uns im Schnee zur Auffrischung unserer Lawinenrettungs-Skills. Alamieren, Orten, Graben und Retten – in der Hoffnung, dass es bei den Trockenübungen bleibt. Und da der Tag noch nicht alt war,…

… nahmen wir die ersten 400 Höhenmeter über dem Lagerhaus in Angriff. Belohnt wurden diese mit der ersten pulvrigen Abfahrt und einem phänomenalen Linsendahl zum z’Nacht, welches der Autor hier nur rein zufällig erwähnt. Zum Dessert gab es neben Tobleronecreme die Gruppenzusammenstellung und die ersten Session zur Tourenplanung. Das Ziel morgen: Das Staldhorn (2462 M.ü.M.).

Der Wecker klingelt, die Bialetti köchelt, der Tag bricht an. Angefellt und mit Lunch versorgt stapften wir los, überquerten die napoleonische Simplonstrasse und begaben uns ins offene Gelände. Neben dem Staldhorn warteten zwei weiter Aufgaben auf uns: Schneeprofile graben. Neuschnee, Altschnee, Triebschnee – ein kleines ‚who is who‘ im endlosen Weiss. Die Abfahrt führte uns zum Monte Leone, der hiesigen Raststätte, in welcher sich Lastwagenfahrer: innen, Ausflügler: innen, Schneeschuhentusiast: innen und wir uns trafen zu glustigen Wähen, wachmachenden Kaffeekreationen und isotonischen Hopfenperlen.

Es ging weiter, immerzu heiter. Straffulgrat (2634 M.ü.M.) hiess unser Ziel am dritten Tag und einmal mehr hallte der Ruf durch die Menge: „Hät öpper no Sunnecreme?“. Die Teams verteilten sich über den Hang, die einen setzten auf bewährte Pfade, während andere neue Wege gingen. Wir trafen uns wie vereinbart auf dem Grat wieder. Und während Rolf samt Team die Abfahrtsvarianten klärten, waren wir Teilnehmenden mit Schmaus und Trank beschäftigt. Rolfs Pulvernase entgeht kein Flöcklein, wer hätte es gedacht, und so erfreuten wir uns einer Fahrt wie auf Wolken (mit einzwei Steinen hii und da. Zurück im Haus machten wir uns eifrig über den z’Nacht her und vertrieben uns die Zeit mit Tichu, Jass und Bang!. Und natürlich planten wir in den Teams die nächste Tour.

Horn. Was Horn? Wyssbodehorn (2623 M.ü.M.)! Der Tag startete mit einer kurzen Busfahrt bis Engiloch und Diskussionen, ob die Daunenjacke besser am Körper oder im Rucksack mitkommen sollte. Nach der Ebene erfolgte der Aufstieg mit Abständen, was das malerische Bild einer ellenlangen Menschenkette ergab. Vorbei am Sirwoltusee führte uns Ferrox bis nach Oben zum Wyssbodehorn. Entgegen der Erwartung begrüsste uns die Sonne mit warmen Strahlen und der Wind begnügte sich mit dem Kamm unter uns. Neben einer abenteuerlichen Fahrt um Felsen, Bäume und _EEEEEEEEE…ESTE! ESTE ESTE O ESTE_ erreichten wir die Bäckerei in Simplon Dorf und genehmigten uns Berliner, Wähen, Kuchen – kurzum, das volle Programm! Den Tag beschlossen wir für einmal nicht mit Spielen und Singen, sondern es gab noch einen späten Ausflug mit unseren Ski in die hiessige Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft Oberwallis. Jupiter, Mars, Venus, Orion, Grosser Wagen, Cassiopeia, Polarstern, Sirius, Orionnebel, Andromeda-Galaxie und und und…. Und ein nicht endenener Vortrag des Astronomie-begeisterten Präsentators. Höchste Zeit wae es für den Weg ins Bett.

Viel zu früh klingelte am nächsten Morgen der Wecker gefühlt. Aber wir wollten ja auch hoch hinaus! Die Mäderlicke (2886 M.ü.M.) wollten wir erreichen und so erklommen wir den Hang vom ersten Tag erneut und setzten ihn mit einer grossen Traverse in Richtung Norden fort. Einmal mehr zog sich unsere Gruppe wie eine Perlenschnur über die Bergflanke und immer höher bis auf die Ebene, welche der Chaltwasser-Gletscher hinterlassen hat. Auf dem Grat erfolgte das grosse Fotoshooting in bildhübscher Landschaft und nach einer Einweisung durch Rolf eine wunderbare Abfahrt über langgezogene Hänge. Alles prima? Fast. Mit der Erwartung, weiter unten den Hang zum Haus quren zu können als beim Austieg, stiegen wir zu weit ab. Und der Plan B, das Hochlaufen über die Strassengallerie unter uns, scheiterte am ungünstigen Verhältnis von Schnee zu Ästen und Gewucher. Was blieb uns also? Anfellen und wieder hoch zur Aufstiegsspur. En ächte Chrampf! Und als wäre dies nicht genug, mussten wir auch noch die Air Zermatt bemühen, nach einem ungünstigen Sturz beim Aufstieg. (Gute Besserung weiterhin!)

Für den letzten Tourentag wartete eine gemütliche Genuss-Tour auf uns; der Bistinepass (2502 M.ü.M.) neben dem Magehorn. Die Sonne war uns auch am letzten Tag gewogen, der Wind hielt sich bis auf die Spitze zurück und wir kamen gut voran. Alles wie gehabt. Dafür hatte sich die Küche für den letzten Tag noch eine Überraschung überlegt: Nämlich wurde aus dem unbenutzten Kartoffel-Wasser des Vorabends das Tee-Wasser von heute gekocht. Mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass das Wasser bereits gesalzen war…  Wäähk. Aber halb so schlimm, mit erwas Schnee gestreckt, war unsere Rehydration gesichert, die Elektrolyte substituiert und wir konnten die letzte Abfahrt voll und ganz geniessen. Den Abschlussabend verbrachten wir wie gehabt bei Speiss und Trank, Spiel und Schwatz und liessen die Woche Revue passieren. Rolf und das Team wurde verdankt für die unvergessliche Woche und wir legten uns müde, aber glücklich ins Bett, um fit zu sein für den Heimputz und die Rückreise nach Hause. Was für eine Woche!

Merci & bis zum nächsten Mal!